Gastbeitrag Teil 3: Was man halt so macht! Mit Affen um seine Tasche kämpfen oder von der Sonne gebraten zu werden

Unsere Ausflüge und Aktivitäten bestanden zum größten Teil damit das Land, die Leute und die Kultur näher zu betrachten. Wir waren also des öfteren in riesigen Tempelanlagen wie beispielsweise dem Kek Lok Si Tempel – eine chinesisch-buddhistische Kultstätte. Er ist einer der größten Tempel in ganz Südostasien und gilt als größter buddhistischer Tempel in Malaysia.

Haben beim Streetfoodessen die Leute verschiedenster Länder und Religionen beobachtet. Hier bestand die Kunst daraus, dass schärfste Essen zu vermeiden. Meistens gab es hier kein Menü sondern der „Kellner“ erzählte uns am Tisch was er so alles im Angebot hatte. So verlief die Bestellung des Essen meistens so ab, dass man den lieben Herrn folgte und auf essbares zeigte. Hierbei war es notwendig zu fragen – „Spicy?“ und wenn man meinte, dass zu mindestens das Aussehen des Essen als essbares zu identifizieren, nickte man. Ralle war wie immer eher konservativ und ich probierte ab und an etwas neues. Auch waren die Gerichte überwiegend kalt und das einzigste was heiß war, war der Reis. Bei gefühlten 40 Grad und 90% Luftfeuchtigkeit war das aber Nebensache.  

Sind mit dem Rad quer durch Langkawi gefahren (inkl. Verfahren, weil wir es beide nicht so genau mit Orientierung haben) oder wir sind kilometerweit am Strand entlang gelaufen, inkl. Sonnenbrand der sich bis zum Tag unserer Abreise immer noch geschält hat. Mehr zu den einzelnen Aktivitäten könnt ihr ja in Ralle’s nächsten Beiträgen lesen.

Auf einen Ausflug möchte ich aber mal kurz eingehen. Es war ein ganz normaler Tag und der dritte Anlauf den „Seven Wells Waterfall“ auf Langkawi zu erklimmen. Wir haben uns Fahrräder ausgeliehen, was auf der Insel gar nicht so einfach war, und los gings. 

Als wir gut 70% vom Weg hinter uns hatten, begann es natürlich wieder zu regnen an. Erst sind wir noch gefahren, da es aber immer mehr und mehr und mehr wurde haben wir uns dafür entschieden erstmal stehen zu bleiben, da man eh nichtmehr viel sehen konnte. Da standen wir also nun, mitten im Wald auf einer schrägen Straße und es schüttete wie aus Eimern. Die Bäume gaben uns nur begrenzten Schutz und die Rinne die hinter uns war, wurde immer mehr zum reißenden Bach, ohne Scheiß. Mittlerweile hatten wir schon unsere Shirts ausgezogen um überhaupt noch später etwas trockenes zu haben. Als unsere Finger durch den Regen schon so aussahen als ob wir ne Stunde im Pool gelegen hätten, haben wir uns dafür entschieden einfach weiter Bergauf zu laufen. Irgendwann sind wir auch tatsächlich angekommen, komplett durchnässt – aber wir waren am Ziel. 

Nachdem wir erstmal was gegessen hatten und der Regen aufgehört hatte, haben wir uns auf den Weg nach oben gemacht. Klingt leichter gesagt als getan. Der Aufstieg ist für Kinder und ältere Menschen nicht geeignet, aber soviel vorn weg – Ralle ist auch mit hoch gekommen. 

Bis zum Telega Tujuh Waterfall waren es ca. 640 Stufen und bis zum Air Terjun Waterfall (der etwas weiter unten war) musste man nochmal 90 Stufen auf sich nehmen. Man muss ja den ganzen Spaß auch wieder zurück laufen. Wir sind als erstes ganz nach oben und die Aussicht war jede Stufe wert. Ein Wahnsinn. Selten sowas beeindruckendes gesehen. Als wir oben waren, waren wir auch fast die einzigen dort. Man konnte es also komplett auf sich wirken lassen und genießen. 

Wir sind auch etwas mutig gewesen und haben uns zu einem ‚Pool‘ aus natürlichem Stein rangetraut und die Beine ins kalte Wasser gesteckt. Ralle war klug und hat seine Tasche vorher ein paar Meter neben uns abgestellt, das wenn man reinfällt nicht direkt alles nass ist. Ich als Neuling hab dann einfach das selbe gemacht. 

Nach kurzer Zeit hat uns eine Japanerin drauf aufmerksam gemacht, dass ein Affe unsere Sachen durchwühlt – man muss sich das mal vorstellen. Ein Affe macht meine Tasche mit einer Selbstverständlichkeit auf und kramt herum. Ich meine in Deutschland gibt es auch genug Affen die sowas machen, aber hier war es ein richtiger Affe. Ich habe es erst realisiert als Ralle aufgesprungen ist und mit einer männlichen Stimme, die ich so nicht von ihm kannte, den Affen angebrüllt hat. 

Wir sind dann beide zu unseren Taschen gerannt, naja das Problem war aber das der Affe wohl was dagegen hatte uns unsere Tasche wieder zu geben. Der Fauchte uns einfach an und hat seine Zähne gezeigt. Wir haben uns beide versucht größer zu machen (was bei meiner Körpergröße von 1.70m wahrscheinlich lustig aussah) aber das hat nicht so ganz geholfen. Naja Ralle hat dann weiter gebrüllt und ich habe versucht unsere Taschen wegzuziehen, wenn der Affe sich etwas von uns entfernt hatte, was allerdings nie weiter als 1-2 Meter waren. Das hat genau so lange geklappt bis ich kurz vor unseren Taschen war, weil der Affe dann Speed genommen hat und auf mich zugerannt kam – natürlich wieder Zähne fletschend und fauchend. Ich habe ihn vor meinem geistigen Auge schon auf mich zuspringen gesehen und wie ich um meine Tasche kämpfen müsste. Hierbei hätte er wahrscheinlich meine Oberkörper total zerkratzt. Ich war Oberkörper frei und hätte diese Kratzspuren niemals zuhause erklären können. 

Irgendwann hat es dann aber auch mal tatsächlich geklappt und wir hatten unsere kompletten Sachen wieder, puhh.. Der Arschlochaffe hätte ja auch die Taschen mit in die Bäume nehmen können um in Ruhe zu schauen. Dann wäre meine Brille, Geld, Zimmerkarten und die Schlüssel für das Fahrradschloß weggewesen, na das wäre ein Spaß geworden. 

Nachdem Schreck sind wir dann auch von dem oberen Wasserfall auf den tiefergelegenen Wasserfall gewechselt.

Auch dort war wieder eine beeindruckende Kulisse zu sehen und als wir durch Wasser und über Steine auf eine felsige ‚Liegefläche‘ geklettert sind, haben wir unsere Taschen fest bei uns gelassen und drauf gewartet wann denn die Affen das Zeug der anderen Besucher in Beschlag nehmen. Es kam natürlich kein Affe und wir waren wahrscheinlich die einzigen an dem Tag mit dem kuriousen Zusammentreffen.

Der Rückweg verlief dann eigentlich recht unspektakulär ab. Wenn man bedenkt, dass wir es lieben uns zu verlaufen bzw. zu verfahren. Nach ca. 45 min hatte mich Ralle gefragt, ob wir eigentlich noch richtig sind, weil wir gerade an einer Krokodilfarm vorbei gefahren waren. Ich habe ihm gesagt, dass wir richtig sind weil ich ein Straßenschild wieder erkannt habe. Naja, der Sack traut mir halt nicht und hat Google gefragt. Google hatte mal wieder eine andere Meinung als ich. Wir sind 5 – 8km in die falsch Richtung gefahren und die Krokodilfarm ist genau auf der anderen Seite der Insel, also nicht mal annähernd in Hotelnähe. Irgendwann sind wir dann tatsächlich wieder an der Unterkunft angekommen. Ohne große Verletzungen und mit allen Sachen mit denen wir auch gestartet sind. Was für ein Tag. Am nächsten Tag war chillen am Strand angesagt.

Dieser Ausflug wird mir wohl noch lange im Gedächtnis bleiben. 

Gastbeitrag Teil 2: Als das Urlaubsgefühl einsetzte und den Umgang mit den Reisegefährten

Die ersten Tage unserer Reise flossen förmlich dahin, im warsten Sinne des Wortes – Es regnete jeden Tag, wirklich jeden verdammten Tag. Was uns aber in unserer Laune nicht bzw. nur teils stören sollte. Wir waren ja Backpacker, also gewohnt mit der Situation und den Umständen umzugehen bzw. Kompromisse zu machen.

Wir waren jeden Tag on Tour und ich habe dem alten Herren selten Luft zum ausruhen gegeben. Ich wollte ja was sehen und was Unternehmen. Ralle war durch Koh Samui noch sehr auf Entspannung eingestellt. Nur durch Bewegung, Ausflüge und zeitiges Aufstehen bleibt man jung und fit habe ich ihm gesagt. Das ganze kippte aber recht schnell und ich war eher derjenige der früh nichtmehr 7 Uhr aufstehen wollte, sondern 9/10 Uhr immer noch im Bett gelegen hat, wo mein Reisebegleiter Ralle schon fertig da stand und mich getrietzt hat das ich doch mal in die Gänge kommen soll – Immer diese Backpacker, gönnen einem nichtmal den Schlaf.

Positiv anzumerken ist die Begeisterung die Ralle für Gym’s entwickelt hat. Wir waren regelmäßig trainieren und das sogar auch vormittags. Wobei Ralle sich davor eigentlich gesträubt hatte, da kam dann doch wieder der gemächliche ältere Ralle durch. Des öfteren musste er mich aber auch fürs Gym begeistern bzw. hat er mir einfach keine andere Wahl gelassen.

Wir haben uns ganz gut ergänzt und ich muss sagen, also bis auf sein bestialisches geschnarche, ist er ein sehr sehr guter Reisebegleiter mit dem man auch ohne Probleme Wochenlang 24h aufeinander hängen kann. 

Es könnte also passieren das Malaysia nicht mein erster und letzter Trip mit Ralle gewesen ist!

Gastbeitrag Teil 1: Sie haben eine Nacht in Amsterdam gewonnen!

Bevor ich euch darüber erzähle, was ich alles erlebt habe, stelle ich mich kurz vor. Ich heiße Marco, bin 29. Jahre alt und komme aus Brehna. Naja gut, mittlerweile bin ich 30. Jahre. Vor meinem runden Geburtstag bin ich nach Südostasien, direkt in die Fänge von Ralle, geflüchtet. Ausserdem bin ich seit diesem Urlaub auch zum waschechten Backpacker geworden – Warum gibst dafür eigentlich keine Urkunde oder Teilnehmerzeugnis?   

Ich wollte diese Reise machen um auch einfach mal aus dem Alltagstrott auszubrechen. Jeder kennt es – Arbeit, Freunde, Familie, Fitti und dann wieder in umgekehrter Reihenfolge zurück und mal Kreuz und Quer und das Tag für Tag, Woche für Woche.

Da ich mal etwas anderes als eine Pauschalreise machen wollte und ich wusste, dass Ralle sich sowieso an Asien langweilt erschien mir das als gute Möglichkeit in die Welt zu einzutauchen, die Ralle seit dem wir uns kennen versucht hat schmackhaft zu machen – Ich werde zum Backpacker.

Der Start in die ’neue Welt‘ verlief allerdings, naja etwas holprig sagen wir mal. Nach dem 2 ½h verspäteten Start in Berlin war der Anschlussflug in Amsterdam natürlich schon weg… Um 10 Minuten. 10 Minuten die einen aus der Bahn werfen. Die netten Mädels aus dem Flugzeug meinten noch zu mir

„Klar das schaffst du, renn einfach einmal durch den kompletten Flughafen auf die andere Seite, da steht dein Flieger“ – To easy!

Also rennt man, mit seinem vollgequetschen schweren Rucksack den Kilometer durch den Flughafen um dann zu erfahren, dass der Flieger nach Kuala Lumpur bereits abgehoben ist, als das Flugzeug in Amsterdam gelandet ist. Shit happens.

Ich war zum Glück nicht allein, eine kleine Asiatin Namens Laney steckte ebenfalls mit mir in Amsterdam fest. Sie konnte auch alle möglichen Sprachen – ausser Deutsch und Englisch. Wobei man sagen muss das sie es wenigstens mit englischen Wortfetzen versucht hat.

Glückwunsch – Sie haben soeben eine Nacht in Amsterdam gewonnen.

Als sich diese Erkenntnis breit gemacht hatte, dachte ich mir was Ralle dazu sagen würden. Er hatte sich ja um die Unterkunft gekümmert. Aber manche Sachen kann ich ja auch nicht ändern und so schrieb ich ihm. Seine Reaktion war nun nicht gerade das was ich erwartet hatte. Eigentlich sollte der Kerl doch angefressen sein!

Er reagierte mit der Nachricht, dass das schon klar geht und das er dann halt ne Tour mit den anderen aus den Hostel macht. Zusätzlich bekam ich Bilder vom Sightseeing – naja was soll man dazu sagen. 

Am nächsten Nachmittag ging es dann für uns erst nach China, genauer nach Guangzhou und dann nach Kuala Lumpur. Knapp 24h und 10.000km später als geplant, aber ich war da. Aber wo war Ralle? 

Er hat sich natürlich vermacht und war auf dem falschen Flughafengelände. Der Flughafen in Kuala Lumpur ist riesig und ist in 2 Areale aufgeteilt. Nach einer guten Stunde war dann der große Moment da – wir haben uns beide gefunden. Ich habe zwar gedacht, dass er mit Luftballons oder wenigstens einem Schild entgegen kommt. Aber naja was soll ich sagen… Ralle ist halt ein Minimalist. Wahrscheinlich die erste Lektion als angehender Backpacker – habe nur so viel bei dir wie du auch wirklich brauchst. 

Die Rückkehr und doch noch so viel zu erzählen

Vielleicht haben es ein paar bei Facebook oder WhatsApp gesehen – ich bin nach 6 Monaten wieder in Deutschland. Nun war die Zeit schneller als der Blog und so hat der Blog ca. 14 Tage Verspätung und sonnt sich noch auf Langkawie. Bei den deutschen Temperaturen wünschte ich, ich wäre auch dort.

Anyway … für euch kommen noch ein paar Geschichten u.a. Wie Marco und ich uns gegen diebische Affen gewehrt haben oder Marco seine freie Zeit auf Toilette verbracht hat – Lebensmittelvergiftungen sind schon eine feine Sache. Des Weiteren haben wir uns noch die Hafenstadt Malakka angeschaut. Ihr seht es gibt noch ein paar Abenteuer die erzählt werden wollen.

Mich freut es auch euch mitzuteilen, dass ich Marco überreden konnte seine Gedanken über unsere gemeinsame Reise niederzuschreiben und einen Gastbeitrag zu formulieren. Er hat sich hart geweigert, aber der Gedanke unsere Geschichten inclusive Bilder in 10 Jahre in einen Buch wiederzufinden und seiner Tochter von seinem ersten Abenteuer als Backpacker zu berichten, begeistert ihn dann doch.

Ich wünsche euch auch für die nächsten Geschichten viel Spaß.

Der Flug und das schlechte Gewissen

Bei unserer weiteren Reiseplanung mussten wir den Rückweg nach Kuala Lumpur mit einplanen und da es in Malaysia regelmäßig regnet, haben wir nach Alternativen gesucht. Eigentlich war ja der Plan auf den Rückweg bei den Cameron Highlands vorbeizuschauen. Bei den Regenwetter wollten wir aber nicht wandern gehen. Somit entschieden wir uns für ein Wochenende in Malakka.

Für den Rückweg ging natürlich wieder ein Tag von Marcos Urlaub drauf. Naja ca. 3 Std Fähre in Richtung Georgetown und danach weitere 4 Std im Zug zu sitzen, war für uns gewisserweise Zeitverschwendung. Aus Spass habe ich mal mal bei Skyscanner unser Ziel eingegeben. Ich dachte, dass der Flug auf kurzer Strecke erheblich teurer ist, als der Rückweg auf dem Land. Das Ergebnis war schockierend und so fand ich nicht nur ein Flug sondern tägliche Flüge in die Hauptstadt für 11€.

In Deutschland denkt man über Inlandsflugverbote nach und im Ausland werden diese „verschenkt“. Wirtschaftlich ist das ein zweifelhaftes Angebot. Warum? Naja, wir haben nun aufgrund meines Gepäcks für ca. 35€ bezahlt und als wir den Flieger bestiegen, war dieser nicht einmal zur Hälfte gefüllt. Auch war der Dienstleister nicht der Einzige um diese Zeit und so machten sich 3 Airlines auf den Weg. Die betriebswirtschaftliche Berechnung wird wohl kein positives Ergebnis erzeugen.  Die ökologischen Auswirkungen sind ja weitestgehend bekannt.

Ich frage mich dabei immer, wie die Lösung wohl aussieht. In Asien bin ich auf kulturell interessierte Menschen gestoßen. Diese haben mir Bilder von Europa gezeigt und waren vollkommen begeistert. Sie wollten auf jeden Fall wieder dorthin. Nun stellt Asien den Größtenteil der Weltbevölkerung und möchte, wie die Europär oder Amerikaner, die Welt sehen. Nun erreichen viele auch den wirtschaftlichen Status sich diese Reisen zu leisten und so werden in den nächsten Jahren nicht nur ein oder zwei Buslandungen am Tag an irgendeinen touristischen Hotspot ausgespuckt werden, sondern dieser wird sich vervielfachen. 

Die Welt geht somit auf Reisen und diese kommen nicht zu Fuß oder mit dem Boot sondern mit dem Flugzeug.

Der tägliche Überlebenskampf eines Backpackers

Das Leben eines Backpackers hat ja positive und negative Gesichtspunkte. Neben den schönen Momenten, wenn man an den Twin Towers in Kuala Lumpur steht oder wenn man an den vielen Stränden von Koh Samui sitzt, gibt es auch die Momenten an den es nicht so schön ist. 

Marco ist ja seit neuesten ein Backpacker und ich war gespannt, wann er die „dunkle Seite“ erlebt. Hierfür musste ich bis Chenang warten. Chenang ist ein kleines Örtchen auf Langkawie. Wir hatten uns ein Doppelzimmer genommen und das Zimmer war für europäische Verhältnisse eher mit einem oder gar keinen Stern ausgezeichnet. Die Toilette war nicht dicht und so roch es nach Urin im Bad. Grundsätzlich war das Bad mehr kaputt als heile. Der Abfluss funktionierte nicht richtig und so war eine Nutzung des Waschbeckens eher unmöglich. Auch verirrte sich ab und an ein Insekt in das Zimmer. Marco ging dann auf Jagd (das Zimmer war ca. 2,5m hoch und Marco mit seinen 1,70m hatte da schwere Karten).

Das Motel bot kein Frühstück an und so gingen wir früh auf Nahrungssuche. Leider ist die Gegend zu dieser Saisonzeit „tot“ und fast alles Läden waren geschlossen. Wir fanden nach geraumer Zeit etwas und mussten für ein eher schlechtes Frühstück eine Stunde warten und bezahlten für malaysische Verhältnisse einen großzügigen Preis von ca. 50 RM (ca. 10€ – Vergleich ein warmes Essen bekommt man hier für ca. 7 RM ca. 1,50€).

Wir dachten somit nicht über eine Verlängerung der Unterkunft nach und checkten nach 2 Nächten wieder aus. Auf Marco wartete eine Überraschung in der nächsten Unterkunft. Diese Unterkunft war preislich für ein Apfel und Ei zu haben. Alleine der Weg dorthin war ein Abenteuer. Der Taxifahrer kannte die Unterkunft nicht und so stiegen wir lt. Google „in der Nähe“ aus und begaben uns auf die Suche. Die Lokals kannten die Unterkunft auch nicht und ein alter Holländer meinte dann zu mir

Hier machen ständig neue Unterkünfte auf bzw. schließen wieder oder nennen sich einfach um.

Als ich dann die Straße entlang gelaufen bin (Marco passte auf die Taschen auf. Zu zweit unterwegs zu sein hat wirklich viele Vorteile), habe ich dann auch ein Schild mit dem Namen des Hostel gefunden. So machten wir uns dann gemeinsam auf dem Weg. Kurz vor dem Eingang kam uns eine Backpackerin entgegen und ich fragte sie wie sie die Unterkunft empfand. Sie meinte die Dorms sind ok – Wir checkten also ein!

Aus meiner Sicht ist das Hostel sehr sozial. Wir wurden direkt von Engländern und Deutschen angesprochen. Auch wurde uns noch ein Frühstück angeboten (wir wollten uns im Motel nicht noch einmal auf die Suche machen und hatten somit noch nichts gegessen). Danach hören aber die guten Nachrichten auf. Marco verabschiedete sich kurz und war auf den Weg zur Toilette. Als er wiederkam, war seine Stimmung auf den Tiefpunkt und er fing an

Die Toiletten bzw. Duschen sind ein Witz. Alles war nass und unhygienisch. Er geht hier nicht mehr auf Toilette.

Im Zimmer angekommen, meinte eine Engländerin zu uns, dass die Stufen zum oberen Bett kaputt sind und er daher „anders“ hochklettern müsste. Bei dem Versuch das Bett zu erklimmen, kam ihm das Bett entgegen (es war nicht an der Wand fixiert). Irgendwie hatten es Marco dann geschafft und er stellte fest, dass das Bett bei jeder Bewegung so laut quietschte das es unüberhörbar war. Ich von meiner Seite probierte es erst gar nicht. Mich erreichten die selben Probleme am Abend und wir beide sorgten für die Unterhaltung der Engländer im 8-Bett-Dorm.

Jetzt kann man sich fragen, warum Marco und ich uns sowas antun und nicht in einen der vielen Ressorts uns einrichten. Grundsätzlich kann man das machen, aber die Abenteuer und Erkenntnisse bleiben aus. Nebenbei wollten wir eigentlich mit ca. 30€/Tag auskommen. Tatsächlich komme ich auf ca. 40-50€/Tag. Hintergrund liegt einfach daran, dass ich die letzten paar Tage versuche das Leben zu genießen und nicht zwangsläufig aufs Geld schaue. Aber ich will mein Geld auch nicht sinnlos rausschmeißen. Die Erfahrung zeigt aber ,dass man zu zweit mehr unternimmt und somit auch mehr Geld ausgibt. Anyway wir wollten die Kosten reduzieren und man kann hier gute Unterkünfte zu je 10€/Nacht bekommen.

Ich hatte mir in der Zeit, wo Marco auf der Toilette war, einen Tee geholt und dachte über das weitere Vorgehen nach. Marco kam zurück und der Entschluss die Unterkunft am nächsten Tag zu verlassen war gefasst. Jetzt kommt dann der Teil, wo man Booking nach Unterkünften durchsucht und versucht unter den Haufen von Unterkünften die eine oder andere zu finden, die mit dem Preis-Leistungs-Verhältniss und unseren Budget übereinstimmt. Nach ca. 30 Minuten hatte ich ein Resort gefunden das 15€/Nacht inclusive Frühstück kosten sollte. Mit dem Argument des vorhandenen Pools versuchte ich Marco zu überreden. Großartiges Argumentieren war nicht notwendig gewesen. Marco wäre wohl zu diesem Zeitpunkt mit allem einverstanden gewesen.

Die nächste Unterkunft war der Hammer und wir konnten die negativen Kommentare auf Booking nicht nachvollziehen. Hier wurde bemängelt, dass Dusche und Toilette „eins“ sind (ist fast überall in Asien der Fall) oder der Pool wäre zu „klein“ (Ansichtssache! Es ist kein Mega-Resort, sondern mit max.10 Poolplätzen eher übersichtlich). Da nur ca.4 Gäste anwesend waren (geschätzt, wir haben außer ein russisches Pärchen kaum jemand gesehen), hatten wir die kleine Anlage für uns alleine. 

Das Leben eines Backpacker hängt an vielen seidenen Fäden und ein kleiner Punkt (nasses Toilettenpapier) kann einen ganzen Tag ruinieren. Am Ende genieße ich die Kleinigkeiten im Leben und schätze diese. Hierfür gebe ich euch mal ein kleines Beispiel. Als die Zeit in Koh Samui zu Ende ging, breite ich meinen Rucksackinhalt auf meinen Bett aus. Plan war diesen Inhalt „effizienter“ zu packen. Als ich meine Jacke in der Hand hatte (hab mich gewundert, dass ich meine dickere Jacke mitgenommen hatte), habe ich die Taschen auf Inhalt überprüft. Neben einen halb aufgelösten Bonbon (der hat wohl die warme Zeit nicht überstanden), habe ich eine Packung Taschentücher gefunden und ich hab mich gefreut als wäre diese Gold wert. Die letzten richtigen Taschentücher hatte ich vor 4 Monaten in der Hand gehalten und seitdem musste Toilettenpapier herhalten. Reißfest war das aber nicht wirklich. Nach den Schnauben die Hälfte des Nasseninhalts in der Hand zu halten ist für mich kein nennenswertes Erlebnis.

Begegnungen im Zug

Reisen mit den Zug hat ja viele Vorteile. Für mich steht hier immer eine Toilette zur Verfügung und der Zug ist auch pünktlich. So fuhren wir mit durchschnittlich 130 km/h Richtung Norden. 

Im Zug lernten wir eine ältere Frau mit italienischen Ursprung kennen. Sie war nach ihren Aussagen eine Backpackerin und war schon seit geraumer Zeit unterwegs. Außerdem war sie sehr gesprächig und so hatten wir im Verlauf mehrere Gespräche. Ein Gespräch ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Nicht weil das Thema so interessant war, sondern die Handlung der Frau. 

Die Frau saß hinter uns und stützte sich ab und an auf Marco‘s Lehne ab. Anyway wir unterhielten uns gerade und Marco schlief bzw. döste vor sich hin. Ohne irgendeinen Anlass fuhr die Frau durch Marco‘s Haare und als er sich umdrehte, versuchte sie zwanghaft ein Gespräch mit ihm anzufangen. Ich dachte nur

Was geht den hier ab? Habe ich etwas verpasst!

Marco war das sichtlich unangenehm. Sie stand dann auf und ist kurz Richtung Café gegangen. Ich musste darauf eingehen und so fragte ich Marco 

Das ist wohl deine neue Flamme? Das ging aber schnell mit deinem ersten Flirt.

Die Frau begegnete uns noch mehrmals in den nächsten Tagen. Highlight war als sie in dem selben Hostel eingecheckt hat. Sie hat das Bett hinter Marco zugewiesen bekommen. Zum Glück hat sie sich nur kurz mit uns unterhalten und hat dagegen die anderen Leute belästigt.

Sightseeing Kuala Lumpur

Kuala Lumpur bietet viele Hotspots und da muss man sich schon entscheiden, was man in den 1,5 Tagen sehen kann. Da ich mir die Skyline auf einer Dachterrasse bzw. auf einer Skybar anschauen wollte, hatte ich bereits am Morgen mit den anderen Backpackern gesprochen und diese Idee geworben. Treffpunkt war eigentlich um 18 Uhr an der Rezeption. Aber wie das manchmal so ist unter Backpackern, ist eine Zusage noch kein Hinweis darauf, dass man wirklich anwesend ist. Naja wir haben bis 19 Uhr gewartet und einen Tee getrunken. 

Marco fand die Idee auch gut und so fuhren wir zu einer backbackerfreundlichen Rooftop – Heli Lounge Bar. Für 10€ konnten wir die Aussicht genießen. Nach einer Stunde fing es langsam an zu regnen und wir flüchteten. Ein paar Minuten später schüttete es eimerweise.

Für Montag war dann die Tempelanlage „Batu Caves“ eingeplant. Die Batu Caves sind riesige Höhlen in einem Kalksteinfelsen. In diese Höhlen finden sich verschiedene Schreine und Tempel für die Hindus. Am auffälligsten war aber zum einen die 42m große vergoldetet Statur des Gottes „Murugan“ und zum anderen die bunten Treppen die zu den Schreinen führten.

Obwohl es die Hauptattraktion ist, war nicht wirklich viel los. Affen klauten den Touristen alles was glänzte und nach essbar aussah – ein typischer Tag in Asien.

Eigentlich war geplant den Abend zum Training zu nutzen, leider wurde daraus nichts. Als wir den Bahnhof verlassen wollten, schüttete es mal wieder (Regenzeit in Malaysia heißt es regnet bzw. schüttet einmal am Tag – bevorzugt in den Abendstunden). So gingen wir im Bahnhof etwas essen und haben uns erstmal verlaufen – ja das geht! Das Shoppingcenter am Bahnhof ist einfach nur riesig und über mehrere Etagen kann man hier fleißig konsumieren. 

Morgen gehts Richtung Norden mit dem Zug. Ziel ist Georgetown.

Verwirrte am Flughafen

Marco bestätigte mir, dass er jetzt wirklich im Flieger nach Kuala Lumpur sitzt und hoffte dass jetzt alles klar geht. Somit machte ich mich auch auf den Weg zum Flughafen. 

Am Abend zuvor hatte ich mich beraten lassen und wusste nun wie ich am besten zum Flughafen komme. Die Variante „Taxi“ ist ja schön, aber auch im Vergleich zu den anderen Möglichkeiten am teuersten. Man erzählte mir, dass ich für 12 MYR (ca. 2,50 €) mit dem Bus zum Flughafen komme. Taxi ist da mit ca. 15€ schon ein bisschen kostenintensiv. So machte ich mich auf dem Weg zum Busbahnhof. Auf der Karte sah das recht einfach aus aber naja folge den blauen Punkt ist nicht gerade mein Fachgebiet. Nachdem ich mich ein bisschen verlaufen hatte, habe ich dann doch den Busbahnhof erreicht. Im gleichen Moment bekomme ich die Nachricht von Marco – „Bin gerade gelandet!“.

Dann muss ich wenigstens nicht warten, sondern er – perfekt!

Im Bus hat alles geklappt, bis wir den Flughafen erreicht hatten und ich mich entscheiden musste. Ich wusste nicht, dass der Flughafen aus zwei Teilen besteht und diese nach Fluglinien aufgeteilt ist. 

Mit welchem Anbieter kommt Marco an? Keine Ahnung.

Also bin ich erstmal aus den Bus gestiegen und auf zum Ankunftsbereich. Marco hatte mir seinen Bereich ausführlich beschrieben und so war ich mal wieder am suchen. Aber da gab es keinen Bereich der so ähnlich aussah und auch kein Marco. Nach einem kurzen Gespräch am Informationsschalter wusste ich, dass ich am falschen Flughafen war. Nicht schlimm es fährt ein Zug zum anderen Flughafen und somit waren wieder 15 min rum. Nun war ich in dem Bereich den Marco mir beschrieben hatte, aber wo war Marco. 

Die meisten Telefonate werden ja in Sichtweite geführt.

Nun ist er da. Er wartet schon seit 4 Monaten auf den Moment und konnte es gar nicht erwarten.

Marco ist nun auch ein Backpacker – Glückwunsch!

Was soll ich sagen, zwei Blinsen machen es nicht einfacher. Wir mussten wieder zurück zum anderen Flughafen und das war auch nicht besonderlich schwer. Aber wir sind erstmal in die falsche Richtung gefahren und ich meinte dann zu Marco wir fahren zu lange! Wir sind falsch und müssen aussteigen. Marco meinte aber auch, dass die Frau am Schalter „Gleis B“ gesagt hat. Aber naja falsch bleibt falsch – also zurück.

Am Ende haben wir es ins Hostel geschafft. Marco bekommt direkt ein Upgrade und bei mir vergessen sie das Zimmer um einen Tag zu verlängern, obwohl ich beides in einem Gespräch organisiert hatte. Zumindestens dachte ich das. Marco schläft in einem Zweibettzimmer mit Fenster und ich in einem Zimmer so groß wie das Bett. Es sei ihm gegönnt.

Das letzte Abenteuer

Ich bin aus meinen schönes Zimmer ausgezogen und hab mich noch einmal auf den Weg gemacht. Mein letzte Reise führt mich mal wieder nach Kuala Lumpur. Diesmal verlasse ich aber den Flughafen und schaue mir das 6 Land in Asien an – Malaysia.

Als ich die typischen Hürden gemeistert hatte, ging es zum Hostel. Da die Preisunterschiede zwischen Taxi, Bus und Train nicht groß waren, habe ich mich für die bequeme Variante entschieden – Taxi. Leider fand die Grap-App mein Hostel nicht und so nahm ich ein größeres Einkaufszentrum in der Nähe. Im Taxi versuchte ich dem Taxifahrer dann zu erklären, wo ich denn eigentlich hin wollte. Das klappte auch irgendwie. Anstatt die Adresse des Hostel in sein Smartphone einzugeben, nahm er mein Smartphone und nutzte dort Google-Maps. Grundsätzlich habe ich nichts dagegen, wenn ich mein Handy wiederbekomme. Naja so fuhr er mit deutschen Fahrrichtungsanweisungen durch Kuala Lumpur! Wir sind so auch ans Ziel gekommen. 

Als ich 23 Uhr das Hostel erreichte, erhielt ich die Nachricht das Marco in Amsterdam gestrandet ist. Der Kerl fliegt einmal in seinem Leben und strandet direkt! Ich habe gedacht, ich habe das Pech gepachtet – Marco kann sich aber auch sehen lassen. Somit wurde der Abholtermin von Samstag auf Sonntag verschoben. Am nächsten Morgen hat Mo (ein Iraner) mich nicht in Ruhe gelassen bis ich zu seiner Stadttour zugesagt hab.

Somit verbrachte ich einen schönen Tag mit Iraner, Palästiner, Ägypter, Chinesen, Portugiesen, Kanadier und ein paar Deutschen. Wir haben uns viele verschiedene Sachen angeschaut und das beste war alles war „kostenlos“. Wir hatten viel Spaß.

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